
Worauf es bei der Strandkorbpflege wirklich ankommt!
25. Juni 2026
Aus unserer Sicht als Holzhändler ist die wichtigste Erkenntnis, dass ein Strandkorb ist in erster Linie ein Vollholzmöbel mit beweglichen Teilen ist, welches um Geflecht und Polster ergänzt wurde. Das Geflecht ist nahezu unverwüstlich, da es heutzutage oft aus Kunststoffen gefertigt wird. Doch auch die traditionellen Naturgeflechte sind sehr widerstandsfähig, benötigen jedoch im Gegensatz zu den Kunststoffgeflechten eine regelmäßige Pflege, sowie Schutz vor Dauerfeuchte. Daher gilt es als erstes die einzelnen Teile zu identifizieren, damit man auch die entsprechende Pflege auswählen kann.Im mittleren Preissegment bestehen die meisten Gestelle aus lasierter Kiefer oder Fichte. Dieses Holz ist nicht von Natur aus witterungsfest, sondern hängt komplett am Zustand der Lasur. Solange sie intakt ist, perlt Wasser ab. Wird sie matt, rissig oder blättert an Kanten ab, dringt Feuchtigkeit ein und das Holz kann innerhalb weniger Jahre grau und rissig werden.
In der gehobenen Preisklasse findet man Lärche, Mahagoni oder Teak. Lärche ist deutlich widerstandsfähiger als Kiefer, braucht aber alle paar Jahre eine Auffrischung. Mahagoni behält mit passendem Öl seine warme Farbe. Teak enthält von Natur aus so viel Öl, dass es ohne Behandlung jahrzehntelang hält – wer die nussbraune Farbe halten will, ölt nach, wer mit silbergrauer Patina leben kann, lässt es in Ruhe.
Beim Geflecht lohnt ebenfalls ein genauer Blick. Polyethylen ist UV-stabil und pflegeleicht. PVC-Geflechte sehen ähnlich aus, können mit den Jahren aber spröde werden. Naturgeflechte aus Hartpapier sind empfindlich gegenüber Dauerfeuchte und damit das heikelste Bauteil am ganzen Korb.
Wann wird Pflege benötigt – und wie?
Die Pflege richtet sich nach dem verbauten Holz und dem Zustand der Oberfläche. Bei lasierten Kiefern- und Fichtenkörben gilt: Einmal im Jahr, idealerweise im Frühjahr, die Oberfläche genau anschauen. Wirkt die Lasur noch geschlossen und gleichmäßig, reicht ein Abwischen mit klarem Wasser und einem weichen Tuch. Zeigen sich matte Stellen oder kleine Risse, wird mit einer passenden Lasur nachgearbeitet, bevor Feuchtigkeit ins Holz eindringen kann. Wichtig ist dabei, dieselbe Lasurart wie bei der Erstbehandlung zu verwenden – sonst kommt es zu Unverträglichkeiten, klebrigen Stellen oder einer ungleichmäßigen Optik.Lärche und Mahagoni werden je nach Standort alle ein bis drei Jahre mit einem passenden Öl behandelt. Vor dem Ölen wird das Holz trocken abgewischt, bei Bedarf leicht angeschliffen, und das Öl dann dünn in Faserrichtung aufgetragen. Überschüssiges Öl nach etwa 20 Minuten mit einem Tuch abnehmen, sonst bleibt es klebrig.
Teak braucht im Grunde keine Pflege. Wer die ursprüngliche Farbe erhalten möchte, ölt einmal jährlich mit Teaköl nach. Wer die graue Patina mag, lässt das Holz einfach arbeiten – ein Holzschutzmittel ist hier nicht nur unnötig, sondern blockiert sogar die natürliche Selbstpflege des Holzes.
Kunststoffgeflechte werden mit lauwarmem Wasser und etwas mildem Reiniger abgewischt. Hochdruckreiniger sind tabu, sie können das Geflecht aufrauen oder lösen. Naturgeflechte aus Hartpapier werden nur trocken abgebürstet und vor allem vor Dauerfeuchte geschützt.
Polster gehören grundsätzlich in den trockenen Innenraum, nicht in den Korb. Wer den Korb draußen lässt, sollte eine atmungsaktive Vlieshaube verwenden statt einer dichten Kunststoffplane, unter der Schwitzwasser kondensiert. Vor dem Abdecken sollte das Dach laubfrei sein, weil feuchtes Laub unter der Haube zuverlässig Stockflecken hinterlässt.
